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Geschichte:
Die Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik in
Berlin (DWM), die zuerst die Parabellum Pistole herstellt, bildete aus den
letzten beiden Worten dieses Zitates ihre Telegrammanschrift "para bellum".
Sie wollte damit vermutlich in Kurzform zum Ausdruck bringen, daß sie Waffen
und Munition produzieren, die eben auch zur Kriegsführung benötigt werden.
Die damalige Bekanntschaft dieser Telegrammanschrift war dann auch Anlass
dafür, daß die DWM der neu entwickelten und viel versprechenden Borchardt
Luger Pistole den Namen Parabellum verlieh.

Die von Borchardt konstruierte Selbstladepistole
auch Pistolen Karabiner genannt hat als bezeichnendes Konstruktionselement
den Kniegelenkverschluss. Dieser Verschluss ist aber keine eigene Erfindung
von Borchardt. Dieses hervorragende Funktionsprinzip übernahm er von dem
damals noch recht jungen Maschinengewehr von "Hiram Maxim". Es knickt zwar
dort nach unten, was aber am Prinzip nichts ändert. Maxim wiederum, der sein
erstes Maschinengewehr unter Verwendung einer Winchester Rifle Modell 1873
konstruierte, entlehnte von dort her das System, nach dem wiederum als
Vorgänger des Winchester Gewehr die Henry- und Volcanic Waffen arbeiten.
Georg Luger hatte bei den DWM keine feste
Arbeitszeit, er war eine Art freischaffender Mitarbeiter, bezog aber festes
Gehalt. Alle seine Erfindungen wurden auf Kosten der Firma patentiert und
seine Erfindungen wurden auf Kosten der Firma patentiert. Entscheidende
Berühmtheit erlangte Luger dann durch seine Verbesserungen an der Borchardt
Pistole, die ab 1900 beispiellose Erfolge erlebte und den DWM ausgezeichnete
Geschäfte brachte.
Im laufe der Jahre wurde die Waffe immer weiter
entwickelt und es entstand eine Selbstladepistole "Luger 1898", aber auch an
diesem Modell wurden noch geringfügige Änderungen vorgenommen, die dann
letztlich zu dem Modell führten, das man heute als "Parabellum Pistole
Modell 1900" kennt. Um die Jahrhundertwende begann dann der
kometenhafte Aufstieg dieser Pistole und fast fünf Jahrzehnte hinweg fand
sie Verbreitung in der ganzen Welt. Die Bezeichnung, die die Parabellum
Pistolen später in den verschiedenen Ländern erhalten haben, sind ganz
verschieden. Als Ordonnanzwaffe wurde sie in der Schweiz "Ordonnanzpistole
1900" oder später "Ordonanzpistole 1900/06" genannt, in Deutschland wurde
sie bereits 1908 für das kaiserliche Heer in Dienst gestellt deshalb
"Pistole 08", wo sie die zuvor verwendeten Revolver Modell 79 und 83
ablöste, in Portugal "Pistola Parabellum M943". Im kommerziellen Handel
wurde sie üblicherweise "Selbstladepistole Parabellum" oder einfach
"Parabellum" genannt. Sie fand Eingang bei den Armeen vieler Länder als
Ordonanzwaffe, als Dienstwaffe bei Polizeibehörden, bei den Sportschützen
als hervorragende Scheibenwaffe und bei privaten Personen als
Verteidigungswaffe. 1904 wurde noch eine Version mit einem 152mm Lauf
eingeführt eine so genannte "Marine 08" ein weiteres Modell gab es dann 1913
eine Version der "Pistole 08" mit einem 203mm langem Lauf eine so genannte
"Ari 08" die bei der Artillerie eingeführt wurde. Die DWM versah die
Pistolen auf der Oberseite de Kniegelenks mit ihrem Firmenzeichen, den
verschnörkelten Buchstaben DWM, und je nach Wunsch de Empfängers mit
entsprechender Kennzeichnung auf der Hülsenoberseite. Für die Schweiz z.B.
mit dem schweizerischen Kreuz, für die USA mit dem Staatswappen, für
Russland mit gekreuzten Gewehren, für Portugal mit den Initialen M 2 (Manuel
II.) oder einem Anker für das Marine Modell. Oft beschränkte sich aber auch
die Beschriftungen bei den ins Ausland gelieferten Pistolen auf das
Beschriften des Ausziehers und beim Sicherungshebel in der jeweiligen
Landessprache. Mit der Abnahme der Parabellum Pistole durch die deutsche
Armee kamen so große Aufträge, dass diese von den DWM nicht mehr
termingerecht ausgeführt werden konnten.
Die königliche Gewehrfabrik in Erfurt übernahm einen Teil der Produktion und
fertigte bis 1918 einen große Anzahl von Pistolen, die allerdings in Bezug
auf Verarbeitung und Finish nicht mit den Waffen der DWM vergleichbar sind.
Sie trugen auf dem Kniegelenk die Bezeichnung "Erfurt mit einer Krone
darüber". Ab 1910 wurden alle Ordonanzpistolen auf der Hülsenoberseite mit
einer Jahreszahl gekennzeichnet, die das Produktionsjahr angibt, nach 1934
wurde diese Jahreszahl auch kodiert angegeben. Mit dem Ende des 1.
Weltkriegs kam die Fertigung von Parabellum Pistolen zunächst völlig zum
Stillstand, da im Versailler Vertrag den Deutschen folgende Beschränkung
auferlegt wurde "eine Herstellung von Pistolen im Kaliber größer 8mm und
einer Lauf Länge größer 100mm ist verboten". Nur noch einer einzigen Firma
"Simson & Co. in Suhl" war es offiziell erlaubt, weiterhin für Reichswehr
und Polizei in Kaliber 9mm Parabellum zu produzieren, für die Produktion
übernahm sie die kompletten Fertigungsmaschinen der königlichen Gewehrfabrik
in Erfurt. Für die 7,65mm Parabellum Patrone wurden aus noch vorhandenen
Teilen Pistolen mit einer Lauflänge von 98mm hergestellt, die meistens für
den Export bestimmt waren.

Im Mai 1930 wurde der gesamte Maschinenpark nach
Oberndorf zu den Mauser Werken verlegt, auch den gesamten Bestand an
fertigen und halbfertigen DWM Teilen übernahmen die Mauser Werke. Die
Produktion beschränkte sich zunächst auf den Zusammenbau von DWM Teilen,
daher tragen die ersten Mauser Pistolen noch das DWM Markenzeichen. Ab etwa
1934 kamen die ersten selbst produzierten Mauser P08 aus der Fertigung, sie
spielten dann bei der Wiederbewaffnung der Wehrmacht eine große Rolle. Diese
von Mauser ins Ausland gelieferten als auch die für den zivilen Verkauf im
Inland bestimmten Parabellum Pistolen tragen auf dem vorderen Kniegelenk das
Mauser Firmenzeichen oder, wie es auch im Sprachgebrauch genannt wird
"Mauser Tonne". Im laufe der Jahre wurde das Hersteller Zeichen mehrfach
gewechselt und kodiert angebracht, diese Bezeichnungen sind auf Mauser
Waffen zu finden: "S/42, 42 oder byf". Ebenso wurde auch das
Herstellungsjahr verschleiert angebracht. Für das Jahr 1934 wurde der
Buchstabe "K" verwendet, für das Jahr 1935 der Buchstabe "G", in den
folgenden Jahren wurden auch die Jahreszahlen in zweistelliger Form
eingraviert so 1941 "41", oder z.B. 1942 "42". Ab 1935 bis zum Ende des 2.
Weltkrieges lieferte auch die Firma Krieghoff in Suhl 08 Pistolen für die
deutsche Luftwaffe und eine geringe Anzahl an Parabellum Pistolen für den
zivilen Handel. Auf dem Kniegelenk ist das Hersteller Zeichen "Anker mit
Dolch links der Buchstabe H, rechts der Buchstabe K und darunter Heinrich
Krieghoff Suhl".
Nach 1945 wurden viele dieser beinahe schon
legendären Pistolen als hochgeschätzte Kriegstrophäen in die Heimat der
alliierten Soldaten gebracht, die damals Deutschland besetzt hatten. Vor
allem in den USA waren die "Luger", wie man dort die Parabellum Pistole
nannte, hochbegehrt und manch ein G.I. hatte sich somit ein "Souvenir" aus
Deutschland mitgebracht. Auch heute noch umgibt eine ganz besondere Aura
diese Pistole.
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