Eine kurze Zusammenfassung über die Parabellum Pistole.

 


 

Prototype Luger, 84 KB

Pistole 08, 320 KB

Prototype Luger, 80 KB

 

Englisches Modell 32 KB

Schweizer Modell 50 KB

Marine Modell 42 KB

 


 

"SI VIS PACEM PARA BELLUM"

Willst du den Frieden, so Rüste für den Krieg.

 

Geschichte:

Die Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik in Berlin (DWM), die zuerst die Parabellum Pistole herstellt, bildete aus den letzten beiden Worten dieses Zitates ihre Telegrammanschrift "para bellum". Sie wollte damit vermutlich in Kurzform zum Ausdruck bringen, daß sie Waffen und Munition produzieren, die eben auch zur Kriegsführung benötigt werden. Die damalige Bekanntschaft dieser Telegrammanschrift war dann auch Anlass dafür, daß die DWM der neu entwickelten und viel versprechenden Borchardt Luger Pistole den Namen Parabellum verlieh.

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Die von Borchardt konstruierte Selbstladepistole auch Pistolen Karabiner genannt hat als bezeichnendes Konstruktionselement den Kniegelenkverschluss. Dieser Verschluss ist aber keine eigene Erfindung von Borchardt. Dieses hervorragende Funktionsprinzip übernahm er von dem damals noch recht jungen Maschinengewehr von "Hiram Maxim". Es knickt zwar dort nach unten, was aber am Prinzip nichts ändert. Maxim wiederum, der sein erstes Maschinengewehr unter Verwendung einer Winchester Rifle Modell 1873 konstruierte, entlehnte von dort her das System, nach dem wiederum als Vorgänger des Winchester Gewehr die Henry- und Volcanic Waffen arbeiten.

 

Georg Luger hatte bei den DWM keine feste Arbeitszeit, er war eine Art freischaffender Mitarbeiter, bezog aber festes Gehalt. Alle seine Erfindungen wurden auf Kosten der Firma patentiert und seine Erfindungen wurden auf Kosten der Firma patentiert. Entscheidende Berühmtheit erlangte Luger dann durch seine Verbesserungen an der Borchardt Pistole, die ab 1900 beispiellose Erfolge erlebte und den DWM ausgezeichnete Geschäfte brachte.

 

Im laufe der Jahre wurde die Waffe immer weiter entwickelt und es entstand eine Selbstladepistole "Luger 1898", aber auch an diesem Modell wurden noch geringfügige Änderungen vorgenommen, die dann letztlich zu dem Modell führten, das man heute als "Parabellum Pistole Modell 1900" kennt. Um die Jahrhundertwende begann dann der kometenhafte Aufstieg dieser Pistole und fast fünf Jahrzehnte hinweg fand sie Verbreitung in der ganzen Welt. Die Bezeichnung, die die Parabellum Pistolen später in den verschiedenen Ländern erhalten haben, sind ganz verschieden. Als Ordonnanzwaffe wurde sie in der Schweiz "Ordonnanzpistole 1900" oder später "Ordonanzpistole 1900/06" genannt, in Deutschland wurde sie bereits 1908 für das kaiserliche Heer in Dienst gestellt deshalb "Pistole 08", wo sie die zuvor verwendeten Revolver Modell 79 und 83 ablöste, in Portugal "Pistola Parabellum M943". Im kommerziellen Handel wurde sie üblicherweise "Selbstladepistole Parabellum" oder einfach "Parabellum" genannt. Sie fand Eingang bei den Armeen vieler Länder als Ordonanzwaffe, als Dienstwaffe bei Polizeibehörden, bei den Sportschützen als hervorragende Scheibenwaffe und bei privaten Personen als Verteidigungswaffe. 1904 wurde noch eine Version mit einem 152mm Lauf eingeführt eine so genannte "Marine 08" ein weiteres Modell gab es dann 1913 eine Version der "Pistole 08" mit einem 203mm langem Lauf eine so genannte "Ari 08" die bei der Artillerie eingeführt wurde. Die DWM versah die Pistolen auf der Oberseite de Kniegelenks mit ihrem Firmenzeichen, den verschnörkelten Buchstaben DWM, und je nach Wunsch de Empfängers mit entsprechender Kennzeichnung auf der Hülsenoberseite. Für die Schweiz z.B. mit dem schweizerischen Kreuz, für die USA mit dem Staatswappen, für Russland mit gekreuzten Gewehren, für Portugal mit den Initialen M 2 (Manuel II.) oder einem Anker für das Marine Modell. Oft beschränkte sich aber auch die Beschriftungen bei den ins Ausland gelieferten Pistolen auf das Beschriften des Ausziehers und beim Sicherungshebel in der jeweiligen Landessprache. Mit der Abnahme der Parabellum Pistole durch die deutsche Armee kamen so große Aufträge, dass diese von den DWM nicht mehr termingerecht ausgeführt werden konnten.

 

Die königliche Gewehrfabrik in Erfurt übernahm einen Teil der Produktion und fertigte bis 1918 einen große Anzahl von Pistolen, die allerdings in Bezug auf Verarbeitung und Finish nicht mit den Waffen der DWM vergleichbar sind. Sie trugen auf dem Kniegelenk die Bezeichnung "Erfurt mit einer Krone darüber". Ab 1910 wurden alle Ordonanzpistolen auf der Hülsenoberseite mit einer Jahreszahl gekennzeichnet, die das Produktionsjahr angibt, nach 1934 wurde diese Jahreszahl auch kodiert angegeben. Mit dem Ende des 1. Weltkriegs kam die Fertigung von Parabellum Pistolen zunächst völlig zum Stillstand, da im Versailler Vertrag den Deutschen folgende Beschränkung auferlegt wurde "eine Herstellung von Pistolen im Kaliber größer 8mm und einer Lauf Länge größer 100mm ist verboten". Nur noch einer einzigen Firma "Simson & Co. in Suhl" war es offiziell erlaubt, weiterhin für Reichswehr und Polizei in Kaliber 9mm Parabellum zu produzieren, für die Produktion übernahm sie die kompletten Fertigungsmaschinen der königlichen Gewehrfabrik in Erfurt. Für die 7,65mm Parabellum Patrone wurden aus noch vorhandenen Teilen Pistolen mit einer Lauflänge von 98mm hergestellt, die meistens für den Export bestimmt waren.

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Im Mai 1930 wurde der gesamte Maschinenpark nach Oberndorf zu den Mauser Werken verlegt, auch den gesamten Bestand an fertigen und halbfertigen DWM Teilen übernahmen die Mauser Werke. Die Produktion beschränkte sich zunächst auf den Zusammenbau von DWM Teilen, daher tragen die ersten Mauser Pistolen noch das DWM Markenzeichen. Ab etwa 1934 kamen die ersten selbst produzierten Mauser P08 aus der Fertigung, sie spielten dann bei der Wiederbewaffnung der Wehrmacht eine große Rolle. Diese von Mauser ins Ausland gelieferten als auch die für den zivilen Verkauf im Inland bestimmten Parabellum Pistolen tragen auf dem vorderen Kniegelenk das Mauser Firmenzeichen oder, wie es auch im Sprachgebrauch genannt wird "Mauser Tonne". Im laufe der Jahre wurde das Hersteller Zeichen mehrfach gewechselt und kodiert angebracht, diese Bezeichnungen sind auf Mauser Waffen zu finden: "S/42, 42 oder byf". Ebenso wurde auch das Herstellungsjahr verschleiert angebracht. Für das Jahr 1934 wurde der Buchstabe "K" verwendet, für das Jahr 1935 der Buchstabe "G", in den folgenden Jahren wurden auch die Jahreszahlen in zweistelliger Form eingraviert so 1941 "41", oder z.B. 1942 "42". Ab 1935 bis zum Ende des 2. Weltkrieges lieferte auch die Firma Krieghoff in Suhl 08 Pistolen für die deutsche Luftwaffe und eine geringe Anzahl an Parabellum Pistolen für den zivilen Handel. Auf dem Kniegelenk ist das Hersteller Zeichen "Anker mit Dolch links der Buchstabe H, rechts der Buchstabe K und darunter Heinrich Krieghoff Suhl".

 

Nach 1945 wurden viele dieser beinahe schon legendären Pistolen als hochgeschätzte Kriegstrophäen in die Heimat der alliierten Soldaten gebracht, die damals Deutschland besetzt hatten. Vor allem in den USA waren die "Luger", wie man dort die Parabellum Pistole nannte, hochbegehrt und manch ein G.I. hatte sich somit ein "Souvenir" aus Deutschland mitgebracht. Auch heute noch umgibt eine ganz besondere Aura diese Pistole.

 


 

Pistole 08 von 1914, 58 KB

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Technik:

Die Parabellum Pistole ist ein Rückstoßlader mit kurz zurückgleitendem Lauf und einem nach oben aufknickendem Kniegelenk Verschluß. Im Griffstück ist ein Stangenmagazin mit einer Kapazität von 8 Patronen 9x19mm. Die Visierung besteht aus einer festen V-Kimme und einem Dachkorn, die Sicherung wird über einen Sicherungshebel an der linken hinteren Gehäuseseite betätigt. Zwar war diese Waffe vom Prinzip her eine sehr zuverlässige und treffsichere Pistole, allerdings muss man dazu sagen, daß sie als Dienstwaffe eigentlich zu empfindlich und kompliziert ist. Der Kniegelenk Verschluß erfordert in der Herstellung eine präzise Bearbeitung und reagiert empfindlich gegen Staub und Schmutz. Außerdem erfordert die Verriegelung durch diese Art Verschluß eine genauestens auf die Trägheit und Bewegung des Verschlusses abgestimmte Pulvermenge in der Patrone, denn wenn stärker laborierte Munition verwendet wird, kann dies dazu führen, dass durch den erhöhten Gasdruck sich der Verschluß schon dann entriegelt, bevor der Gasdruck nicht auf ein für Schütze und Waffe ungefährliches Maß gesunken ist. Als geringstes Problem sind dann Verklemmungen und Ladehemmungen oftmals nicht zu vermeiden.

 

Allerdings war es damals weniger die Schmutzanfälligkeit, welche die Wehrmacht zu einem Wechsel der Dienstwaffen bewogen hat, sondern vielmehr die sehr hohen Produktionskosten und -zeiten. Für die Herstellung einer Parabellum Pistole waren sehr viele unterschiedliche Arbeitsgänge erforderlich, davon mußten auch etliche von Hand ausgeführt werden. Dies war der Hauptgrund, warum mit der P38 ein Nachfolger für die Parabellum Pistole eingeführt wurde. Ab 1942 wurde offiziell die Parabellum Pistole als Dienstwaffe abgeschafft, aber allein die Tatsache, dass die Wehrmacht im Laufe des Krieges nie genügend einheitliche Waffen hatte, ließ diese Pistole bis 1945 überleben. Die meisten Frontsoldaten hatten es sich damals sowieso zum Grundsatz gemacht, immer eine Pistole zusätzlich zum Gewehr oder der Maschinenpistole zu führen, und außerdem verschoss die Parabellum Pistole ja dieselbe Munition wie ihre Nachfolgerin, so dass es eigentlich keinen triftigen Grund für einen Wechsel gab.

 


 

Luger von Links, 64 KB

Luger Verschluß, 16 KB

Luger von Rechts, 59 KB

 

Modell Bulgarien 40 KB

Modell aus US Test 70 KB

Modell Krieghoff 38 KB

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Modell mit Ladefenster 35 KB

Helm und Ehrenzeichen

Modell Portugal von 1906 74 KB

 


Copyright © 2000 Andreas Zietemann

Stand: 24.04.2004

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